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Friday, 18. November 2005


SEMINAR/SPECIAL: THEORY/POLITICS


SEMINAR/SPECIAL: THEORY/POLITICS

Guest prof. FAHIM AMIR : No border, no nation? Biopolitik/Rassismus/Migration und Kapitalismus

**Einheit 1 Postmoderner Kapitalismus und die Autonomie der Migration?

  1. November at 16.00/M1: Der italienische Herbst, Fordismus/Postfordismus
  2. November at 16.00/M1: Negris Empire und MigrantInnen als „neue Helden der Dritten Welt"

Einheit 1 Postmoderner Kapitalismus und die Autonomie der Migration?
Toni Negri lehrte Staatsrecht in Padua und Paris; als einflussreicher Organisator und Theoretiker der Autonomia vom italienischen Staat strafrechtlich verfolgt und inhaftiert, flüchtete er 1983 ins politische Exil nach Frankreich. Bei seiner Rückkehr nach Italien im Sommer 1997, wurde er wegen »linker Subversion« erneut festgenommen. Mit seinem in der globalisierungskritischen Bewegung vieldiskutierten Werk „Empire" schlug Negri in den internationalen Bestsellerlisten ein, teils wurde seine Schrift als neues „kommunistisches Manifest für das 21. Jahrhundert" euphorisch gefeiert. Im ersten Vortrag wird seine theoretische Entwicklung nachgezeichnet und dabei in die für seine Ansätze wichtigsten Begriffe und Konzepte eingeführt, um in die aktuellen Diskussionen um die „Autonomie der Migration" einsteigen zu können, die im zweiten Vortrag kritisch skizziert werden.

**Einheit 2 Der permanente Ausnahmezustand und die Kulturgeschichte des "Lagers"

  1. November at 16.00/M1: Kritische Theorie, Gewalt & Moderne
  2. Dezember at 16.00/M1: Giorgio Agamben und das „heilige Leben"

Einheit 2 Der permanente Ausnahmezustand und die Kulturgeschichte des „Lagers"
Der Musik- und radikale Gesellschaftstheoretiker des kulturindustriellen „Verblendungszusammenhanges" Theoder W. Adorno war einer der einflussreichsten Philosophen der Kritischen Theorie bzw. Frankfurter Schule. Im ersten Vortrag wird von den Dialektikern der Aufklärung ausgehend, und in sie einführend, ein Bogen gespannt, der um Theorien der Besonderheit von Gewalt im Zeitalter des Bürgertums kreist. Damit nähern wir uns den im letzten Vortrag vorgestellten Ansätzen des italienischen Shooting Stars der Philosophie - Giorgio Agamben, der zu den in Kunst und Theorie heiß diskutierten Denkern der letzten Jahre gehört.

Fahim Amir – Abstammung: Afghanistan, Geburtsjahr: 1978; Studium der Philosophie und Politikwissenschaft in Wien und Berlin; Studien- und Arbeitsaufenthalte in Frankfurt, Sydney und New York. Mitarbeit am Institut f. Philosophie und Übersetzungstätigkeit. Mitarbeit an künstlerischen und dokumentarischen Projekten. Wissenschaftliche Arbeitsgebiete: Ästhetik, Ethik, Wissenschaftstheorie, Kritische Integrationstheorie, Politische Theorie, Gesellschaftstheorie.

No border, no nation?
Biopolitik/Rassismus/Migration und Kapitalismus

An Michel Foucaults Konzept der Biopolitik anlehnend, und verschiedene Theorie-Strömungen miteinander verflechtend, haben Toni Negri und Giorgio Agamben vieldiskutierte Analysen von Rassismus/Migration geliefert, die in der vierteiligen Veranstaltungsreihe im gesellschaftlichen, politischen und theoretischen Kontext vor- und zur Diskussion gestellt werden.

Während Negri MigrantInnen als politisch Widerständige feiert, die den Anstrengungen des Empires als real existierendem Kapitalismus trotzen, versucht Agamben den homo sacer als zugleich „vogelfreie" und „heilige" Konstante des westlichen Denkens zu positionieren, und damit zum Verständnis von (scheinbaren) „zivilisatorischen Anomalien" wie Auschwitz und Guatanamo Bay beizutragen.
Im jeweils ersten Teil (Vortrag von 75min) wird in zentrale Begriffe und Konzepte wie eingeführt, im jeweils zweiten Teil (45min) gibt es die Möglichkeit für Fragen, Diskussion und Kritik. Zielsetzung der Reihe ist es, den Einstieg in gegenwärtige politisch-künstlerische Theorie-Entwicklung und –Diskussion zu ermöglichen. Für jede Einheit wird in der Klasse Literatur aufliegen, deren Lektüre empfohlen wird, aber keine Voraussetzung ist. Für die Diskussion im Anschluss an den zweiten Vortrag der Einheit 1 bitte jedenfalls die Online-Lektüre zu konsultieren. (F. Amir)


Online-Literatur für die Diskussion dem zweiten Vortrag, Ende Einheit 1

Manuela Bojadžijev, Serhat Karakayali, Vassilis Tsianos in Fantômas
Das Gespenst der Migration. Krise des Nationalstaats und Autonomie der Migration.
Fasst Giorgio Agambens Homo sacer die Migration im Modus ihrer Einschließung in den Lagern, geistert durch Hardt/Negris Empire ein "Gespenst der Migration" als permanente Freisetzung von Mobilität. www.linksnet.de

Nicht länger Reservearmee
Thesen zur Autonomie der Migration und zum notwendigen Ende des Regimes der Arbeitsmigration | Yann Moulier Boutang
Die europäische Einwanderungspolitik wird bestimmt durch eine Abschottungsdoktrin. Sowohl das jetzt vorgelegte deutsche Zuwanderungsgesetz als auch entsprechende neue gesetzliche Regelungen in Frankreich orientieren sich an der Vorgabe, kein Einwanderungsland zu sein. Das Resultat ist die Entrechtung und Illegalisierung von Migrantinnen und Migranten. Die Politik der Einwanderungsländer zielt darauf ab, die so genannte klandestine Immigration als Teil der organisierten Kriminalität zu definieren und entsprechend zu bekämpfen. Yann Moulier Boutang beschreibt diese repressive Politik ausgehend von der Autonomie der Migration innerhalb der kapitalistischen Globalisierungsprozesse. Diese Autonomie stößt in den Einwanderungsländern auf ein Regime der Arbeitsmigration, mit dessen Hilfe für Migrantinnen und Migranten der Status unfreier Lohnarbeit festgeschrieben werden soll.
www.nadir.org

Die Einforderung der Zukunft. Migration, Kontrollregime und soziale Praxis:
Ein Gespräch | Sandro Mezzadra und Brett Neilson.
Die Autonomie der Migration ist heute eine zentrale Frage für die Politik der antirassistischen Linken. Die Theoretiker und Aktivisten Sandro Mezzadra (Bologna) und Brett Neilson (Sydney) diskutieren die Kontrolle über Mobilität als Merkmal des globalisierten Kapitalismus und die Perspektiven, den Fallen der Identitätspolitik zu entgehen und die Autonomie ernst zu nehmen.
www.jungle-world.com



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