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Tuesday, 1. March 2005


ZONE 2005


Zwischen politischer Repräsentation und
repräsentativer Politik

Österreich 2005: Die Regierung jubelt und vergisst.
Spitzenpolitiker einer der Regierungsparteien sprechen von einer „angeblichen Befreiung Österreichs 1945“ und behaupten im EU-Parlament es gäbe „keine Mitverantwortung der Republik Österreich am Holocaust“. Der österreichische Bundeskanzler verschenkt eine Million Euro an ein mehrteiliges, gedankenloses Projektvorhaben für den öffentlichen Raum, das unter anderem der Opfer des Nationalsozialismus mit einem Schwall weißer Kreuze am Heldenplatz zu gedenken dachte. Bis die Verantwortlichen während der Projektpräsentation vor der Presse die gravierenden Ausschlüsse der gewählten Symbolik erkannten: Dass Kreuze zum Gedenken an jüdische Opfer des Nationalsozialismus ungeeignet sind, hatten sie in ihrer Konzeption schlichtweg vergessen. Weniger handelt es sich bei diesem Vergessen aber um eine individuelle Verfehlung als vielmehr um ein strukturelles Symptom patriotischer Verdrängungspolitik, die nicht zuletzt im offiziellen „Jubiläums- oder Gedankenjahr 2005“ manifest wird.

Die Gruppenausstellung „Zone 2005. Zwischen politischer Repräsentation und repräsentativer Politik“ bewegt sich zwischen den Polen offizieller Repräsentation von Geschichte und aktivistischen Bündnissen, die sich gegen
Vereinnahmungen und Verschleierungen im Zeichen dieses Vergessens zur Wehr setzen und ein Geschichtsbild jenseits des patriotischen Opfermythos zeichnen. In zum Teil speziell für die Ausstellung realisierten Arbeiten und Dokumentationen werden die thematischen Schwerpunkte und insbesondere auch Auslassungen und Ausschlüsse des von der österreichischen Regierung
ausgerufenen „Jubiläumsjahres 2005“ kritisch beleuchtet. Dabei werden Geschichtskonstruktion und Nationalstaatskonstitution ebenso thematisiert wie damit verbundene institutionalisierte Rassimen.
„Zone 2005“ versammelt künstlerische und aktivistische Positionen, die den Blick auf die in die Gegenwart fortwirkenden strukturellen „blinden Flecken“ österreichischer Geschichtspolitik richten, emanzipatorische Handlungsoptionen entwickeln und so versuchen eine „Perspektiv-Verschiebung“ zum offiziellen „Gedankenjahr“
zu leisten.

Die Ausstellung umfasst Foto-, Video- und Textarbeiten, Installationen und
Dokumentationen, sowie ein kleines Filmarchiv. Im Rahmen der Finissage wird am 8. April 2005 um 12 Uhr zudem das „Monument für die Niederlage – Zeit der
Befreiung 1945-47“ im Ostarrichi-Park (zwischen Landesgericht und Nationalbank) enthüllt.

Die Ausstellung wird von der Galerie der IG Bildende Kunst produziert und steht in Zusammenhang mit der Aktionsplattform „Österreich-2005: Das Vorsorge-Paket gegen ein Jahr Heimat-Feiern".

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Beteiligte KünstlerInnen/KünstlerInnengruppen:

Karin Berger/Elisabeth Holzinger/Lotte Podgarnik/Nadja Trallori, Café Temelin, Marina Grzinic/Aina Smid, Kathi Hofer, kinoki, Klub Zwei, Martin Krenn/Charlotte Martinz-Turek/Nora Sternfeld/Luisa Ziaja, MAIZ, Andrina Mracnikar, Organisationskomitee Bombenstimmung, Lisl Ponger, Rückgabestelle Salzburg, Anja Salomonowitz, Tim Sharp, Angelika Schuster/Tristan Sindelgruber, Christian Sperl, Hito Steyerl

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Konzeption und Organisation:

Petja Dimitrova, Martin Krenn, Luisa Ziaja

ERÖFFNUNG
Mittwoch, 9. März 2005, 19 Uhr

Galerie IG BILDENDE KUNST

AUSSTELLUNGSDAUER

  1. März bis 8. April 2005

    DI - FR 10 - 18 Uhr

    FINISSAGE
    Freitag, 8. April 2005, 12 Uhr
    Enthüllung
    „Monument für die Niederlage. Zeit der Befreiung 1945-47“

    Ostarrichi-Park, 1090 Wien

Weitere Infos:

Galerie IG BILDENDE KUNST
Gumpendorfer Straße 10-12
1060 Wien
Tel: 01-524 09 09
galerie@igbildendekunst.at

www.igbildendekunst.at

Aktionsplattform „Österreich-2005:
Das Vorsorge-Paket gegen ein Jahr Heimat-Feiern"

www.oesterreich-2005.at



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