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Tuesday, 7. January 2014


PCAP RUNDGANG 2014


Konzeptuelle Kunst | Klasse für Post-Conceptual Art Practices (PCAP)

1Stock/ATELIERHAUS Lehargasse 6–8 | 1060 Wien

23.01.2014

16.00 Eröffnung der Ausstellung: Klasse für Post-Conceptual Art Practices, mit Screenings

16.30
Starts daily live performance by Sebastiano Sing "facing [:] the others are present"

18.00 Eröffnung: " Selbstorganisiertes Student_innen Sozialgeld: Kochen, Austausch und Gespräche", Bildung und Geld im intensivierten neoliberalen Kapitalismus
20.00 bis 23.00
Projekt: „Die Klasse als Aktivismus, Aktivismus als Klasse und darüber hinaus“.
Eine Interventionsserie von Studierenden und Gästen zu den Fragen der politischen Kunst, der Krise der Asylgesetzgebung in Österreich und der EU, öffentlicher Raum und privates Geld. Screenings, Performances, Gespräche.
Präsentationen in Deutsch und Englisch.

20.00 “Our Movement is everything that we have”
Präsentation und Diskussion mit Khan Adalat, Clifford Erinmwionghae und Luisa Lôbo, Moderation: Marissa Lôbo.

Khan Adalat ist vorderster Aktivist der Flüchtlingsprotestcamp Bewegung in Österreich
Clifford Erinmwionghae ist Migrant und Aktivist und lebt seit mehr als zehn Jahren in Österreich
Luisa Lôbo ist Aktivistin und schreibt ihre MA über die Flüchtlingsproteste in Wien.

Marissa Lôbo ist eine schwarze migrantische Aktivistin und Künstlerin, geboren in Bahia, Brasilien. Sie koordiniert die kulturellen Agenden des selbstorganisierten Frauenmigrantinnenvereins Maiz in Linz www.maiz.at
und studiert in der PCAP Klasse an der Akademie der bildenden Künste in Wien.

22.30 Musik-Performance von Esra Özmen / EsRap

23.00 Solange, tô aberta! Queeres electronisches Musikprojekt von Pedro Costa

Pedro Costa ist von seiner Ausbildung her Sozialwissenschaftler und arbeitet zu den Themen Queer, Postkolonialismus und Performance Studies. Er began sehr jung Schauspiel zu studieren und arbeitete in mehreren Feldern wie klassisches Ballet, zeitgenössischer Tanz, Capoeira, Theater des Absurden, Clownerie, Fotografie und bildende Kunst. Sein jüngstes und bedeutendstes Werk ist “Solange, tô aberta!”, ein queeres elektronisches Musikprojekt aus Brasilien. In dem noch sehr katholischen, patriarchalen Brasilien erregte “Solange, tô aberta!” für Aufruhr. Während queere Themen in Berlin mittlerweile selbstverständlich sind, müssen queere Personen in Brasilien heute noch sprichwörtlich ums Überleben kämpfen. Mit seinen Performances will Pedro Costa berühren und sein Publikum zu verschiedensten Gedanken und Erfahrungen mit Sexualität anregen. Die passende Musik zu dem Projekt ist Rio Funk!
soundcloud.com

24.01.2014

Ausstellung, Klasse für Post-Conceptual Art Practices, mit Screenings

10.30
Starts daily live performance by Sebastiano Sing "facing [:] the others are present"

16.30
Ahmed Al-Nawas präsentiert Hassan Blasims Video 'The Corpse Exibition' 2013, 14:43 min.

18.00

Buchpräsentation:
The Vocabulary of Decoloniality.
Utopia of Alliances, Conditions of Impossibilities and the Vocabulary of Decoloniality Löcker Verlag, Wien 2013 Herausgegeben von der Editorial Group for Writing Insurgent Genealogies

Das Buch ist das Ergebnis von Prozessen des Studierens, des Lernens und des Ent-Lernens in der Klasse für Post-Conceptual Art Practices an der Akademie der Bildenden Künste Wien. Es geht hier darum, nicht nur über historischen Kolonialismus zu reflektieren, sondern auch darüber, wie Kapitalismus die Welt, in der wir leben, formt und eingrenzt. Die Auffassung der Dekolonialität hat eine radikale Option eröffnet, um Lernprozesse neu zu überdenken.
Dekolonialität versammelt Positionen, die nicht ausschließlich westlich orientiert sind, sondern in anderen politisch-sozialen Kontexten angesiedelt sind und von anderen Perspektiven ausgehen.

Präsentation in Deutsch und Englisch.

19.30
Cuir, Kúia or Quá?
Bodies’ epistemologies and tactics for identity deconstruction in Latin America
Pedro Costa, Marissa Lôbo and Fernanda Nogueira und Roberta Lima
Diskussion

Diese Veranstaltung versucht einige historische und aktuelle Kunstpraxen vorzustellen, die gegen jegliches nur (un)denkbare Aktionsfeld in Lateinamerika vorgehen um heteronormative Subjektivitäten zu verändern. Ausgehend von einer offenen Kartografie und der Arbeit der brasilianischen Performance Gruppe Solange Tô Aberta diskutieren der Künstler Pedro Costa, die Künstlerin und Aktivistin Marissa Lôbo sowie die Forscherin Fernanda Nogueira die Möglichkeiten eines aktuellen künstlerischen Genderaktivismus. Roberta Lima, Künstlerin, hat ihre Promotion in Philosophie an der Akademie der bildenden Künste in Wien im Jahr 2013 abgeschlossen.

25.01.2014

Ausstellung, Klasse für Post-Conceptual Art Practices, mit Screenings

12.30
Starts daily live performance by Sebastiano Sing "facing [:] the others are present"

16.30

Screening of the movie: "Enfin j’avais quitté le bled" / Und schließlich bin ich abgehauen!’ (aufenthaltsraum 2013)
Von Yassine Zaaitar, produziert im Rahmen des Projekts "Bleib!".

Inhalt: "Und wenn sie mir keine Papiere geben? Das ist mir egal! Ich bleibe! Ich bin ein professioneller Harrag!"
‘Harraga’ brechen mit dem Regime der nationalstaatlich sanktionierten Identität: Mit dem arabischen Wort bezeichnen sich Menschen, die ihre Ausweise oder Pässe verbrennen und oft genug auch ihre eigene Jugend. Nicht nur um übers Mittelmeer oder andere Routen nach Europa zu reisen, sondern auch um irgendwo anders als im ‘Bled’ - dem Ort ihrer Jugend und Herkunft - ihr Glück zu finden. Sie brechen mit fundamentalen Regeln, wenn sie sich dem Blick entziehen und sich unwahrnehmbar machen. So werden sie innerhalb der löchrigen und aufgeschreckten Festung Europa zum Objekt von Statistiken und medialen Darstellungen, wie zuletzt etwa vor der pelagischen Insel Lampedusa. Der Kurzfilm ‘Und schließlich bin ich abgehauen!’ durchbricht diese Repräsentationen. Der im Rahmen eines Wiener Politkunstfestivals von Yassine Zaaitar und Anderen erarbeitete Film lässt uns ihre Stimmen vernehmen: Sie erzählen von den täglichen Polizeischikanen, denen Harraga ausgesetzt sind, vom Leben auf der Flucht vor den eigenen Fingerabdrücken und vom ungebrochenen Wunsch nach einem Leben in Freiheit. Konsequent bleiben im Film die Sprechenden unsichtbar. Die Montage trennt Gesichter und Stimmen und wird zu einem kollektiven Porträt einer Bewegung im Raum, die sich dem Grenzregime Europas entziehen will. "Während wir die Erzählung eines Mannes aus Dakar hören, blicken wir aus einer Schnellbahn, die Wien mit dem Vorort Traiskirchen verbindet, wo sich ein staatliches Lager für Asylsuchende befindet. Während wir die Stimme eines Mannes aus Oujda hören, flieht der Asphalt einer österreichischen Straße an uns vorbei: Konkrete Bewegungen im Raum und Stimmen. Nur Yassine Zaaitar tritt vor die Kamera und wagt es, sein Gesicht und seine passionierte Rede zu vereinen und der Öffentlichkeit auszusetzen. Der kurze Film ist das rare Dokument einer selbstbestimmten Rede von Reisenden, die keine Grenzen respektieren und deren Leben die politische Maxime ‘No boder - No nation’ intensiv - und oft auch schmerzhaft - verwirklicht. Anstatt ihre Geschichten professionellen FilmemacherInnen anzuvertrauen, haben Harraga die Position der Filmemacher_innen erobert."

18.00

Vortrag von Annalisa Cannito: "In the Belly of Fascism and Colonialism"
Präsentation auf Englisch.

19.00
Filmscreening "The Lion of the Desert" von Moustapha Akkad (Regisseur), 1981.
Präsentation des Films von Annalisa Cannito.

26.01.2014

Ausstellung, Klasse für Post-Conceptual Art Practices, mit Screenings

12.30
Starts daily live performance by Sebastiano Sing "facing [:] the others are present"

18.00
Vortrag von Abir Boukhari: "Art Practice in Syria: Individuality, Creativity and Instability"
Gast des Vortrags: Nisrine Boukhari.
Vortrag organisiert in Kooperation mit Kulturkontakt Österreich.

Präsentation auf Englisch.

CVs:
Abir Boukhari, Direktorin, Kuratorin. 2005 Mitbegründerin der AllArtNow Organisation in Syrien. Mit AllArtNow gelang es Boukhari eine Plattform für zeitgenössische Kunst in Syrien zu schaffen. Sie etablierte weltweit unterschiedliche künstlerische Kooperation und half aufstrebenden KünstlerInnen ihre Arbeiten zu produzieren und zu verbreiten. www.allartnow.com

Nisrine Boukhari ist eine multidisziplinäre Künstlerin (*1980 in Syrien) und studierte Bildhauerei an der Universität von Damaskus und ist ebenso Mitbegründerin der Organisation AllArtNow in Syrien. Sie verwendet Konzepte wie Psychogeografie um die Beziehungen in privaten und nicht-öffentlichen Räumen zu ergründen. Nisrine Boukharis Arbeiten wurden international gezeigt, etwa im Museet for Samtidskunst Roskilde/Dänemark, der Fundació Antoni Tàpies in Barcelona, der Akademie der Künste in Berlin, dem NederlandsFotomuseum in Rotterdam, der Art Dubai etc. www.nisrineboukhari.com



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